22 Rastpunkte im Geopark Český ráj

Von den vielen interessanten Standorten im Geopark Český ráj bieten wir 22 Standorte und Phänomene an, die die Aufmerksamkeit der Besucher besonders verdienen. Die Beschreibung aller 22 vermittelt Ihnen eine Vorstellung von der gewaltigen geologischen Diversität des gesamten Gebietes.

1. Dachschiefer bei Železný Brod
Die Umgebung von Železný Brod stellt ein Gebiet dar, dass durch die Umwandlung der fast 400 Millionen Jahre alten tonigen Meeresablagerungen in Phylite entstand, die seit Jahrhunderten als Dachbelag Verwendung finden.

2. Felswand
Sie befindet sich westlich von Malá Horka, 500 m nordwestlich des Freibades in Železný Brod. Sie besteht aus einer bis zu 20 Meter hohen herauspräparierten Quarzitwand mit einer Mächtigkeit von 10 Metern.

3. Fenster zur geologischen Vergangenheit auf dem Rieger-Pfad
Der Fluss Jizerka (Iser) bildet auf einer Länge von etwa 3 km zwischen Bítouchov und Podspálov ein tiefes Felsental. In den letzten fünf Millionen Jahren schnitt sie ihr Tal in eine imposante Tiefe und sie setzt ihre Tätigkeit weiter fort. Die Kraft wird dem Fluss durch das Gefälle verliehen, dass an diesen Stellen bis zu zehn Promille erreicht. Der zu Ehren des berühmten, in Semily gebürtigen tschechischen Politikers des 19. Jahrhunderts, Dr. jur. František Ladislav Rieger, benannte Pfad ist eine touristische Perle des Geoparks Český ráj. Die entblößten Felsen berichten über eine hunderte Millionen Jahre lange Geschichte.

4. Unterirdischer See bei Bozkov
Das nationale Naturdenkmal Bozkovské jeskyně (Bozkover Höhlen) liegt am nordwestlichen Rand der Gemeinde Bozkov, ungefähr 6 km östlich von Železný Brod. Die Karsterscheinungen in der Linse des dolomitischen Kalksteins bilden zwei ursprünglich eigenständige Systeme. Mit einer Länge von 1050 m stellen sie das ausgedehnteste zugängliche Höhlensystem in Nordostböhmen dar. Die tiefsten, unter Wasser stehenden Teile der Höhle bilden einen unterirdischen See.

5. Steinernes Meer und Felsstadt auf dem Strážník
Zwischen Jilemnice, Mříčná, Peřimov und Bystrá erstreckt sich der etwa 3 km lange Hügel Strážník, der durch das Auftreten von „Sternquarz” berühmt ist. Am westlichen Ausläufer des Hügels, im Gebiet mit der Bezeichnung „Na Jírově” stellt die Felsstadt aus Melaphyr eine europäische Rarität dar. Die Felsen fallen stufenförmig in das Tal durch bis zu zwanzig Meter starke Wände ab. Die frostbedingte Verwitterung, begleitet vom Einsturz der Gesteinsblöcke, zerklüftete die fast zwei Kilometer lange Wand in ein System von Felsblöcken, gesäumt von Felsgeröll, dem sog. Steinernen Meer.

6. Riesenkessel
An der nördlichen Grenze des Hügels Strážník schnitt die Iser unterhalb der Gemeinde Háje eine kurze Schlucht mit steilen Felswänden. In den felsigen Ufern und im Flussbett drechselte sie zig der sog. Riesenkessel. Riesenkessel entstehen durch die Tätigkeit des Wassers, das Sand und Rollsteine fortspült, die in den feinkörnigen Gesteinen durch die Rotationsbewegung ellipsenförmige, bis mehrere Dezimeter große Vertiefungen herausschleifen.

7. Kozinec (561 m) bei Jilemnice
Der Gipfel dieses Hügels besteht aus einer Melaphyr-Decke, die in mehreren Steinbrüchen abgebaut wurde. Im Untergrund des Melaphyrs befindet sich eine mehrere Meter mächtige Gesteinsfolge der sog. kupferhaltigen Sandgesteine. Die Kupfervererzung bildet fein eingestreute Kupfersulfide, die von grünem Malachit und blauem Azurit begleitet werden. Neben dem Kupfererz ist das Gebiet durch das Auftreten von versteinerten Baumstämme paläozoischer Gehölze interessant.

8. Frýdštejn
Paläozoische Melaphyre bilden vulkanische Körper, die sich in einer Länge von 40 Kilometer von Proseč pod Ještědem bis zum Kozákov erstrecken. Einen Kilometer östlich von Bezděčín und ungefähr 10 km nördlich von Turnova befindet sich ein Steinbruch. In den Füllungen des Blasengesteins treten Edelsteine, Kristalle, Rauchquarze, Amethyste, Achate und Jaspisse auf.

9. Kozákov (744 m)
Der Berg erlebte wiederholt vulkanische Aktivitäten. Vor 260 Millionen Jahren strömte die an Gasen reiche Andezitlava an die Erdoberfläche, die in Gestalt des sog. Blasengesteins erstarrte. Das Gestein wird traditionell als Melaphyr bezeichnet, ist durch das Auftreten von Achaten und Hohlräumen mit Kristall, Amethyst, Zitrin, Kalzit und mit Zeolithen berühmt. Im Jahr 1920 wurde in einem sog. Melaphyrausbiss der bekannte Votrubec-Steinbruch gegründet, der gemeinsam mit der Ausstellung über Edelsteine, als touristische Attraktion dient.

10. Basaltlavaströme mit dem Edelstein Olivin
An der nördlichen Seite des Berges Kozákov liegen Lavaströme von Basalten mit einer Mächtigkeit bis zu 30 Metern. Die 6 bis 4 Millionen Jahre alten Vulkanite bzw. Eruptivgesteine sind durch das zahlreiche Vorkommen von sog. Olivinkugeln bekannt. Diese Gesteinsabsonderungen des oberen Teils des Erdmantels bestehen hauptsächlich aus Olivin, der die Qualität eines Edelsteins erreicht.

11. Versteinerter Urwald
Die sog. versteinerten Hölzer sind in einem Streifen von Fundstätten zu finden, der sich von Újezdec pod Bradlcem im Westen über Nová Paka bis in die Umgebung von Pecka dahinzieht. Der größte Teil eines 18 m langen Stammes einer Araukarie ist im Garten des Suchard-Hauses in Nová Paka ausgestellt. In Nová Paka und Umgebung befinden sich auch Achate. Deren Fundstätten sind von Lomnice nad Popelkou über Karlov und Žďár bis Stará Paka und Levín, auf den Kozinec über Čistecká hůra, Rovně und Dolní Kalná verstreut.

12. Trosky (488 m)
Der Burghügel stellt das entblößte Relikt eines Vulkans dar, der an dieser Stelle mit einer heftigen Explosion die Untergrundgesteine der böhmischen Kreidesenke durchschlug. Die beiden, aus härterem und resistenterem Gestein bestehende Vulkanhärtlinge wurden in die Gestalt zweier Türme bearbeitet, die zu den Symbolen des Český ráj gehören.

13. Apolena
Die Felsenstadt Apolena säumt den südwestlichen Ausläufer des Hügels Trosky.

14. Prachovské skály (Prachauer Felsen)
Sie sind ein vielgliedriges Relikt eines Sandsteinplateaus mit tiefen Abgründen, Schluchten und Tälern, in denen die Erosion ein einzigartiges bildhauerisches Werk mit hohen, gestreckten Felstürmen schuf.

15. Podtrosecká údolí (Täler unterhalb von Trosky)
Sie werden von malerischen Teichen und Felsen geschmückt.

16. Felsenstadt Hruboskalsko
Dieses Felsgebilde auf 4,24 km2 stellt das am vollkommensten entwickelte Phänomen einer Sandsteinfelsenstadt im Český ráj mit hunderten von imposanten Felstürmen dar.

17. Klokočské skály und Betlémské skály (Klokotscher Felsen und Betlehemfelsen)
Hier befinden sich auf 2,09 km2 in Quarzsandstein an die 300 Höhlen.

18. Felsenstadt Kozlov – Chlum
Unweit der Gemeinde Všeň erstreckt sich auf 0,45 km2 ein einzigartiges Felsgebilde, das aus von einander nicht allzu weit entfernten Blöcken besteht. Die Sandsteintafel mit den sog. Ausbissen hat eine Mächtigkeit von nur ca. 20 m.

19. Suché skály (Dürre Felsen)
Sie sind entlang dreier Bruchrichtungen in drei Türme und eine ganze Reihe eigenständiger „Zähne” zergliedert, die eine charakteristische Silhouette auf der anderen Seite der Iser gegenüber dem Pantheon bilden.

20. Sokol
Es handelt sich um ein kleines Felsgebiet oberhalb von Malá Skála mit dem kompliziertesten und vielfältigsten Relief im Český ráj. Zu den interessanten Orten gehören die Anhöhe Zbirohy (452 M ü. M.) mit einer Burgruine, an die ein Felskamm und -plateau anknüpfen, sowie der Hang zur Iser, der aus zwei Felswandetagen besteht.

21. Příhrazské skály (Pschichraser Felsen)
Sie säumen, von Mnichovo Hradiště betrachtet, den Rand des vielgliedrigen Bergplateaus des Mužský.

22. Das Plakánek Tal
Das Tal mit der Au des kleinen Flusses Klenice (2 km) wird durch einen Felsturm abgeschlossen, auf welchem die Burg Kost errichtet wurde.

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